
E.M. schreibt in «Dini Zitig», dass wir angeblich in Liechtenstein ein Verkehrschaos haben. Den Hauptgrund sieht sie in der Zurückhaltung im Strassenbau. Fachleute wissen aber, dass Strassenbau nur noch mehr Autos auf die Strassen bringt und noch mehr Stau verursacht, auch an den Rheinbrücken. Was wir wirklich brauchen: Autoverkehr weniger attraktiv machen und öffentlichen und Aktiv-Verkehr attraktiver. Nur die Kombination von beiden bewirkt ein Umdenken und Umsteigen.
Ja, Jede und Jeder ist gefragt, die eigene Verkehrsmittelwahl zu überdenken. Für Alltagswege und speziell Arbeitswege ist Zu-Fuss-Gehen und Radfahren sehr häufig eine realistische und gesunde Alternative. Zu den Hauptverkehrszeiten ist das Fahrrad und besonders das E-Fahrrad für kurze und mittlere Strecken von Tür zu Tür etwa gleich schnell wie das Auto und deutlich schneller als der öffentliche Verkehr. Besonders mit aktiver Mobilität startet man den Arbeitstag entspannt und ganz wach; erhöhte Produktivität bei der Arbeit ist die Folge. Am Abend kommt man entspannt nach Hause. Zudem belastet man die Umwelt nicht.
Wie gut und preiswert unser Bussystem ist, wissen nur Menschen, die es auch regel-mässig benutzen. Und zum Fahrplanwechsel Dezember 2024 wurde es noch attraktiver. Während ein Privatauto mit etwa 7'000 Franken pro Jahr teuer ist, kostet ein Bus-Jahresabo für alle Zonen nur 370 Franken Vollpreis ohne Gemeindebeitrag. Der Bus kostet pro Tag also etwa 1 Franken, das Auto etwa 70 Rappen pro Kilometer. Also typisch 5 bis 10 Franken pro Tag. Die Steigerung der Attraktivität der Linienbusse verlangt konsequente Busbevorzugung. Dann steht der Bus nicht mehr im Stau.
Ja, Liechtenstein steht am Wendepunkt. Wollen wir so weitermachen wie bisher und sukzessive unseren Lebensraum zerstören? Oder wollen wir unsere Verkehrsmittelwahl überdenken? Auch unserer Gesundheit zuliebe!